Crepis mollis (Steckbrief Saatgutsammlung)

Aus WIPs-De Datenwiki
Kennbild Leben Natur Vielfalt – Das Bundesprogramm (BMUV)

Steckbrief Saatgutsammlung: Crepis mollis (Jacq.) Asch. – Weicher Pippau (Asteraceae)

(siehe auch Crepis mollis – Steckbrief Verantwortungsart)

Weitere Angaben aus Abfragen der Roten Listen (BfN-Prüflisten) …

Angaben zum Artnamen Crepis mollis (Jacq.) Asch. (Abfragezeit: 21. Januar 2026, 05.12 Uhr):
  • anerkannte Namen: Crepis mollis (Jacq.) Asch.[1]; Crepis mollis[2]; Crepis mollis (Jacq.) Asch.[3];
  • Synonym: Bas.: Hieracium molle Jacq. [3];
Biologie und Ökologie
Gefährdung Verantwortung Verbreitung in Deutschland
gefährdet (Ludwig & Schnittler 1996) besonders hohe Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007) BY, BW, TH, HE, SN, NI (Jäger 2011)
Gefährdungsursachen Standort Beschreibung
intensive Beweidung von Magerrasen, Brachfallen extensiv genutzter Frisch- und Feuchtwiesen, Aufforstung von Frisch-, Feucht- und Nasswiesen (Floraweb 2014) montane bis kolline frische bis wechselfeuchte Wiesen und Weiden, auch Silikatmagerrasen (Jäger 2011) Krone gelb, Stängelblätter mit schwach herzförmigen Grund halbstängelumfassend, Griffel schwärzlichgrün, Hülle 8–10(–12) mm lang, Hüllblätter mit schwärzlichen oder gelblichbraunen Drüsenhaaren und drüsenlosen Haaren, Stängel oberwärts schirmrispig, Pflanze 0,3–0,6 m hoch (Jäger 2011)
Lebensform Lebensdauer Mykorrhizierung
Hemikryptophyt (Jäger 2011) ausdauernd (Jäger 2011) unbekannt
Blütezeit Bestäubung Kompatibilität
Juni–August (Jäger 2011) Insekten (Jäger 2011) unbekannt
Fruchtstände / Früchte / Sammlung
Frucht und Samen Samenanzahl / Fruchtstand Samenreife
Achäne / Nuss (Biolflor 2014) 28–67; ⌀ 52 Ende Juni bis Anfang August
Tausendkorngewicht Keimungsansprüche Keimungsdauer
randständige Frucht: 0,3 g, zentrale Frucht: 0,4 g (Biolflor 2014) 60 % bei 14 h 22 °C / 10 h 14 °C (WIPs-De) Keimung nach drei Wochen, Auflaufen einzelner Keimlinge ½ Jahr nach Aussaat
Dormanz Fortpflanzung / Vermehrung Ausbreitung
vorübergehende Samenbank (Thompson et al. 1997), generativ über Samen Windausbreitung (Jäger 2011)
Saatgutsammlung Samenlagerung Sonstiges
optimaler Erntezeitpunkt bei geöffnetem Pappus; sind Achänen noch in Hüllblättern prüfen, ob Früchte bereits braun und fest, dann Ernte möglich. Unreife Achänen nicht ernten. Auf Insektenbefall hin prüfen, ggf. mehr sammeln. So möglich Entnahme von 1–2 Fruchtständen von mindestens 59 Pflanzen über die gesamte Fläche, kleine Pflanzen berücksichtigten. Sammlung in Papiertüten. Weitere Informationen s. ENSCONET (2009a), Zippel & Stevens (2009). Weitere Informationen s. ENSCONET (2009a), Zippel & Stevens (2009a) nach der Ernte ohne Luftzug (Windausbreitung!) auslegen, unverzüglich auf Schädlingsbefall hin untersuchen, trocknen lassen. Trocken geerntete Fruchtstände bis zur Aufbereitung der Samen trocken und kühl (15 % rel. Luftfeuchte, 15 °C) lagern, Früchte mit geschlossenem Pappus bei Raumtemperatur nachreifen. Samen austrocknungsresistent (orthodox) (WIPs-De), trockene Langzeitlagerung mit Silikagel bei −24 °C (s. ENSCONET 2009b) Subspezies succisifolia (gezähnte Blätter, Hülle trübgrün) derzeit nicht von der Nominatsippe unterschieden (Jäger 2011)
Lebensraum Blütenstand
Lebensraum von Crepis mollis
Blütenstand von Crepis mollis
Fruchtstand Frucht
Fruchtstand von Crepis mollis
Frucht von Crepis mollis
Zitiervorschlag: Zippel E., Lauterbach D., Weißbach S., Burkart M., Plank A. (2025): Steckbrief Crepis mollis; erstellt am 19.12.2017, zuletzt bearbeitet 14.05.2025. – Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wildpflanzen in besonderer Verantwortung Deutschlands (WIPs-De). wildpflanzenschutz.de, https://wiki.bgbm.org/wips-daten/index.php/Crepis_mollis_(Steckbrief_Saatgutsammlung).
Literatur

Biolflor (2014) Biolflor, Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. http://www2.ufz.de/biolflor/index.jsp. Zugriff Februar 2014 bis März 2014.

Buttler K. P., May R. & Metzing D. (2018): Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – BfN-Skripten 519, 286 S.

ENSCONET (2009a): ENSCONET Seed Collecting Manual for wild species. – Studi Trentini die Scienze Naturali 90: 221–248.

ENSCONET (2009b): ENSCONET Curation Protocols and Recommendations. – Studi Trentini die Scienze Naturali 90: 249–289.

Floraweb (2014) FloraWeb – Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands. http://www.floraweb.de/. Zugriff Februar 2014 bis März 2014.

Jäger E.J. (2011) Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 20. Aufl. Spektrum, Heidelberg, Berlin.

Ludwig G., Schnittler M. (1996) Rote Liste der Pflanzen Deutschlands (1996). http:/​/​www.​bfn.​de/​fileadmin/​MDB/​documents/​RoteListePflanzen.​pdf. Zugriff am 19.02.2014.

Ludwig G., May R., Otto C. (2007) Verantwortlichkeit Deutschlands für die weltweite Erhaltung der Farn- und Blütenpflanzen – vorläufige Liste. BfN-Skripten 220, 2007.

Thompson, K., Bakker, J. P., Bekker, R. M. (1997) The Soil Seed Banks of North West Europe: Methodology, Density and Longevity. Cambridge University Press, Cambridge, 276 S.

Zippel, E. & Stevens, A.D. (2014) Arbeitstechniken der Sammlung und Lagerung von Wildpflanzensamen in Saatgutbanken. IN: Poschlod, P., Borgmann, P., Listl, D., Reisch, C., Zachgo S. & Das Genbank WEL Netzwerk: Handbuch Genbank WEL. Hoppea Denkschriften der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft, Sonderband 2014, S. 71–98.


Quellenangaben der BfN-Prüflisten/Rote Listen

  1. 1,0 1,1 Metzing, D.; Garve, E.; Matzke-Hajek, G.; Adler, J.; Bleeker, W.; Breunig, T.; Caspari, S.; Dunkel, F.G.; Fritsch, R.; Gottschlich, G.; Gregor, T.; Hand, R.; Hauck, M.; Korsch, H.; Meierott, L.; Meyer, N.; Renker, C.; Romahn, K.; Schulz, D.; Täuber, T.; Uhlemann, I.; Welk, E.; Weyer, K. van de; Wörz, A.; Zahlheimer, W.; Zehm, A. & Zimmermann, F. (2018): Rote Liste und Gesamtartenliste der Farn- und Blütenpflanzen (Trachaeophyta) Deutschlands. – In: Metzing, D.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek, G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 7: Pflanzen. – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (7): 13-358. (Datenquellen: checklisten.rotelistezentrum.de/api/public/1/checklist/43; taxon/37577 – für das Gebiet Deutschland)
  2. 2,0 2,1 BfN (2020): Rekonstruierte Checkliste zu Korneck, D.; Schnittler, M. & Vollmer, I. (1996): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta) Deutschlands. – In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands. – Bonn (Bundesamt für Naturschutz). – Schriftenreihe für Vegetationskunde 28: 21-187. (Datenquellen: checklisten.rotelistezentrum.de/api/public/1/checklist/251; taxon/314015 – für das Gebiet Deutschland)
  3. 3,0 3,1 Buttler, K. P.; May, R. & Metzing D. (2018): Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. - BfN-Skripten 519, 286 S. (Datenquellen: checklisten.rotelistezentrum.de/api/public/1/checklist/355; taxon/553469 – für das Gebiet Deutschland)

Erarbeitet im Rahmen des Projektes „WIPs-De – Aufbau eines nationalen Verbundes zum Schutz gefährdeter Wildpflanzenarten in besonderer Verantwortung Deutschlands“.

Kennbild Bundesministerium für Umweit, Naturschutz und nukleare SicherheitKennbild Bundesministerium für NaturschutzKennbild botanischer Wildpflanzenschutz Deutschland (WIPs-De)Kennbild Botanischer Garten Berlin, BOKennbild Botanischer Garten, Universität Potsdam (botanischer-garten-potsdam.de)

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.