Crepis mollis (Steckbrief Saatgutsammlung)
Steckbrief Saatgutsammlung: Crepis mollis (Jacq.) Asch. – Weicher Pippau (Asteraceae)
(siehe auch Crepis mollis – Steckbrief Verantwortungsart)
Weitere Angaben aus Abfragen der Roten Listen (BfN-Prüflisten) …
| Biologie und Ökologie | ||
|---|---|---|
| Gefährdung | Verantwortung | Verbreitung in Deutschland |
| gefährdet (Ludwig & Schnittler 1996) | besonders hohe Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007) | BY, BW, TH, HE, SN, NI (Jäger 2011) |
| Gefährdungsursachen | Standort | Beschreibung |
| intensive Beweidung von Magerrasen, Brachfallen extensiv genutzter Frisch- und Feuchtwiesen, Aufforstung von Frisch-, Feucht- und Nasswiesen (Floraweb 2014) | montane bis kolline frische bis wechselfeuchte Wiesen und Weiden, auch Silikatmagerrasen (Jäger 2011) | Krone gelb, Stängelblätter mit schwach herzförmigen Grund halbstängelumfassend, Griffel schwärzlichgrün, Hülle 8–10(–12) mm lang, Hüllblätter mit schwärzlichen oder gelblichbraunen Drüsenhaaren und drüsenlosen Haaren, Stängel oberwärts schirmrispig, Pflanze 0,3–0,6 m hoch (Jäger 2011) |
| Lebensform | Lebensdauer | Mykorrhizierung |
| Hemikryptophyt (Jäger 2011) | ausdauernd (Jäger 2011) | unbekannt |
| Blütezeit | Bestäubung | Kompatibilität |
| Juni–August (Jäger 2011) | Insekten (Jäger 2011) | unbekannt |
| Fruchtstände / Früchte / Sammlung | ||
| Frucht und Samen | Samenanzahl / Fruchtstand | Samenreife |
| Achäne / Nuss (Biolflor 2014) | 28–67; ⌀ 52 | Ende Juni bis Anfang August |
| Tausendkorngewicht | Keimungsansprüche | Keimungsdauer |
| randständige Frucht: 0,3 g, zentrale Frucht: 0,4 g (Biolflor 2014) | 60 % bei 14 h 22 °C / 10 h 14 °C (WIPs-De) | Keimung nach drei Wochen, Auflaufen einzelner Keimlinge ½ Jahr nach Aussaat |
| Dormanz | Fortpflanzung / Vermehrung | Ausbreitung |
| vorübergehende Samenbank (Thompson et al. 1997), | generativ über Samen | Windausbreitung (Jäger 2011) |
| Saatgutsammlung | Samenlagerung | Sonstiges |
| optimaler Erntezeitpunkt bei geöffnetem Pappus; sind Achänen noch in Hüllblättern prüfen, ob Früchte bereits braun und fest, dann Ernte möglich. Unreife Achänen nicht ernten. Auf Insektenbefall hin prüfen, ggf. mehr sammeln. So möglich Entnahme von 1–2 Fruchtständen von mindestens 59 Pflanzen über die gesamte Fläche, kleine Pflanzen berücksichtigten. Sammlung in Papiertüten. Weitere Informationen s. ENSCONET (2009a), Zippel & Stevens (2009). Weitere Informationen s. ENSCONET (2009a), Zippel & Stevens (2009a) | nach der Ernte ohne Luftzug (Windausbreitung!) auslegen, unverzüglich auf Schädlingsbefall hin untersuchen, trocknen lassen. Trocken geerntete Fruchtstände bis zur Aufbereitung der Samen trocken und kühl (15 % rel. Luftfeuchte, 15 °C) lagern, Früchte mit geschlossenem Pappus bei Raumtemperatur nachreifen. Samen austrocknungsresistent (orthodox) (WIPs-De), trockene Langzeitlagerung mit Silikagel bei −24 °C (s. ENSCONET 2009b) | Subspezies succisifolia (gezähnte Blätter, Hülle trübgrün) derzeit nicht von der Nominatsippe unterschieden (Jäger 2011) |
| Lebensraum | Blütenstand |
|---|---|
| Fruchtstand | Frucht |
| Zitiervorschlag: Zippel E., Lauterbach D., Weißbach S., Burkart M., Plank A. (2025): Steckbrief Crepis mollis; erstellt am 19.12.2017, zuletzt bearbeitet 14.05.2025. – Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wildpflanzen in besonderer Verantwortung Deutschlands (WIPs-De). wildpflanzenschutz.de, https://wiki.bgbm.org/wips-daten/index.php/Crepis_mollis_(Steckbrief_Saatgutsammlung). | |
| Literatur | |
Biolflor (2014) Biolflor, Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. http://www2.ufz.de/biolflor/index.jsp. Zugriff Februar 2014 bis März 2014. Buttler K. P., May R. & Metzing D. (2018): Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – BfN-Skripten 519, 286 S. ENSCONET (2009a): ENSCONET Seed Collecting Manual for wild species. – Studi Trentini die Scienze Naturali 90: 221–248. ENSCONET (2009b): ENSCONET Curation Protocols and Recommendations. – Studi Trentini die Scienze Naturali 90: 249–289. Floraweb (2014) FloraWeb – Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands. http://www.floraweb.de/. Zugriff Februar 2014 bis März 2014. Jäger E.J. (2011) Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 20. Aufl. Spektrum, Heidelberg, Berlin. Ludwig G., Schnittler M. (1996) Rote Liste der Pflanzen Deutschlands (1996). http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/RoteListePflanzen.pdf. Zugriff am 19.02.2014. Ludwig G., May R., Otto C. (2007) Verantwortlichkeit Deutschlands für die weltweite Erhaltung der Farn- und Blütenpflanzen – vorläufige Liste. BfN-Skripten 220, 2007. Thompson, K., Bakker, J. P., Bekker, R. M. (1997) The Soil Seed Banks of North West Europe: Methodology, Density and Longevity. Cambridge University Press, Cambridge, 276 S. Zippel, E. & Stevens, A.D. (2014) Arbeitstechniken der Sammlung und Lagerung von Wildpflanzensamen in Saatgutbanken. IN: Poschlod, P., Borgmann, P., Listl, D., Reisch, C., Zachgo S. & Das Genbank WEL Netzwerk: Handbuch Genbank WEL. Hoppea Denkschriften der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft, Sonderband 2014, S. 71–98. Quellenangaben der BfN-Prüflisten/Rote Listen
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Erarbeitet im Rahmen des Projektes „WIPs-De – Aufbau eines nationalen Verbundes zum Schutz gefährdeter Wildpflanzenarten in besonderer Verantwortung Deutschlands“.
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Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.





