Lycopodiella inundata
Steckbrief: Lycopodiella inundata (L.) Holub – Sumpfbärlapp (Lycopodiaceae)
Weitere Angaben aus Abfragen der Roten Listen (BfN-Prüflisten) …
| Biologie und Ökologie | ||
|---|---|---|
| Gefährdung | Verantwortung | Verbreitung in Deutschland |
| gefährdet (Metzing et al. 2018) | hohe Verantwortlichkeit (Metzing et al. 2018) | Rh, NRW, Ns, BY, BW, HE, TH, Sa, An, BB, MV, SH (Müller et al. 2021) |
| Gefährdungsursachen | Standort | Beschreibung |
| Eutrophierung durch Düngereintrag und Immissionen, Überschüttung, Auffüllung, Entwässerung und Aufforstung von Moorstandorten, Aufhören kleinflächiger Bodenverwundungen (FloraWeb 2022); extrem konkurrenzschwache Art, Populationen verschwinden innerhalb weniger Jahre (WIPs-De) | nackte Torfböden und Schlenken in Hoch- und Zwischenmooren, feuchte, schlammig-humose Dünensenken und Feuchtheiden, Störstellen: Kiesgruben (Müller et al. 2021); auf verdichteten Sanden in nährstoffarmen, feuchten Senken, häufig Truppenübungsplätze (WIPs-De) | kriechende Stängel 2–10 cm lang, meist nur 1 aufrechter Zweig, Ähre 4–8 cm lang, nur undeutlich vom sterilen Spross abgesetzt, dicker als der Stängel, Pflanze 0,02–0,1 m hoch (Müller et al. 2021) |
| Lebensform | Lebensdauer | Mykorrhizierung |
| Chamaephyt (Müller et al. 2021) | ausdauernd (Müller et al. 2021) | 17 % Kolonisierung durch arbuskuläre Mykorrhiza im Frühling und 0 % im Herbst, 1 % dunkle, septierte Endophyten im Frühling (Fuchs & Haselwandter 2004); 14 % Kolonisierung mit feinwurzeligen Endophyten im Frühling und 86 % im Herbst (Kowal et al. 2020); Prothallien stets mit Pilz (Goebel 1887) |
| Blütezeit | Bestäubung | Kompatibilität |
| August-Oktober (Müller et al. 2021) | - | unbekannt: Prothallien monözisch (Goebel 1887) |
| Sporen | Sporenanzahl- und Gewicht | Sporenreife und Ausbreitung |
| Sporangien über den ganzen Sporophyllstand über eine Länge von bis zu 2 cm verteilt (WIPs-De) | unbekannt | Sporenreife September-Oktober, Windausbreitung; Sporangien reifen von unten nach oben über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen (WIPs-De) |
| Kulturansprüche | ||
| Wasserbedarf | pH-Spezifität | Substratspezifität |
| dauerfeucht bis nass (WIPs-De) | mäßig basenreiche und saure Torfschlamm-Böden (Oberdorfer 1990) | gewaschener Quarzsand auf Weißtorf (WIPs-De) |
| Lichtbedarf | Nährstoffbedarf | Temperaturansprüche |
| vollsonnig (WIPs-De) | ausgesprochene Stickstoffarmut zeigend, nährstoffarm (FloraWeb 2022) | voll frosthart (WIPs-De) |
| Vermehrung | Keimungsansprüche | Keimungsdauer |
| Sprossteile mit Triebspitzen, Wachstum von mehreren Zentimetern im Jahr (WIPs-De); jährliche Verzweigung der Kriechsprosse, selten Brutknospen in Blattachseln der Kriechsprosse, treiben nach Absterben der Kriechsprosse aus (Dostál 1984) | unbekannt; Vorkeim an Bodenoberfläche ergrünend (Müller et al. 2021); photosynthetischer Gametophyt (Whittier 1998) | Keimung wenige Tage nach dem Freisetzen der Sporen, Vorkeime entwickeln sich innerhalb von 6 Monaten (Huck 2009); im Boden einige Tage (Whittier 1998) |
| Schädlinge | Dormanz und Sporenlebensdauer | Hybridisierung |
| unbekannt | Dormanz unbekannt; Sporen mehrere Jahrzehnte im Boden lebensfähig (Sonnberger & Huck 2010) | unbekannt |
| * Angabe bezieht sich auf die Gattung | ||
| Sonstiges | |
|---|---|
| Die Art hat einen kürzeren Entwicklungszyklus als andere Bärlapp-Arten und benötigt von der Keimung bis zum reproduzierendem Sporophyten wenige Jahre (Sonnberger & Huck 2010). | |
| Abbildung | Verbreitungskarte Deutschland |
| Zitatvorschlag: Lauterbach D., Weißbach S., Borgmann P., Daumann J., Kuppinger A.-L., Listl D., Martens A., Nick P., Oevermann S., Poschlod P., Radkowitsch A., Reisch C., Stevens A.-D., Straubinger C., Zachgo S., Zippel E., Burkart M., Plank A. (2024) Steckbrief Lycopodiella inundata; erstellt 2015, zuletzt bearbeitet 28.11.2024. – Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wildpflanzen in besonderer Verantwortung Deutschlands (WIPs-De), http://www.wildpflanzenschutz.de/, https://wiki.bgbm.org/wips-daten/index.php/Lycopodiella_inundata. | |
| Literatur | |
Buttler K. P., May R. & Metzing D. (2018): Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – BfN-Skripten 519, 286 S. Dostál, J. (1984) Lycopodiaceae. In: Kramer, K. U. (Hrsg): Illustrierte Flora von Mitteleuropa (Hegi), Band I, Teil 1, Pterydophyta. 3. Aufage: 17–42. FloraWeb (2022) FloraWeb – Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands. http://www.floraweb.de/. Zugriff August 2022. Fuchs B., Haselwandter K. (2004) Red list plants: colonization by arbuscular mycorrhizal fungi and dark septate endophytes. Mycorrhiza 14: 277–281. Goebel (1887) Ueber Prothallien und Keimpflanzen von Lycopodium inunda. Botanische Zeitung 45, 161–168: 177–190 Huck S. (2009) Artensteckbrief für den Sumpf-Bärlapp (Lycopodiella inundata (L.) Holub). Hessen-Forst, Fachbereich Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA). Kowal J., Arrigoni E., Serra J., Bidartondo M. (2020) Prevalence and phenology of fine root endophyte colonization across populations of Lycopodiella inundata. Mycorrhiza 30 (5): 577–587. Metzing D., Hofbauer N., Ludwig G., Matzke-Hajek G. (2018) Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 7: Pflanzen. Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (7): 784 S. Müller F., Ritz C. M., Welk E., Wesche K. (Hrsg.) (2021) Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22. Aufl. Spektrum, Heidelberg, Berlin, 959 S. Oberdorfer E. (1990) Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart. Sonnberger M., Huck S. (2009) Die Bärlappe (Lycopodiaceae) des Anhangs V in Hessen. Tagungsunterlage zur Veranstaltung der Naturschutz-Akademie Hessen „Rentierflechte, Bärlapp & Co.“, Wetzlar. Whittier P. (1998) Germination of Spores of the Lycopodiaceae in Axenic Culture. American Fern Journal 88: 106–113. WIPs-De Beobachtungen aus dem Projekt Wildpflanzenschutz Deutschland, Projektlaufzeit 2018–2023. Quellenangaben der BfN-Prüflisten/Rote Listen
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Erarbeitet im Rahmen des Projektes „WIPs-De – Aufbau eines nationalen Verbundes zum Schutz gefährdeter Wildpflanzenarten in besonderer Verantwortung Deutschlands“.
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Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

