Diphasiastrum issleri

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Kennbild Leben Natur Vielfalt – Das Bundesprogramm (BMUV)

Steckbrief: Diphasiastrum issleri (Rouy) Holub – Issler-Flachbärlapp (Lycopodiaceae)

Weitere Angaben aus Abfragen der Roten Listen (BfN-Prüflisten) …

  • Artname: Diphasiastrum issleri (Rouy) Holub (Bearbeitungsstand: gültig, zum 6.6.2024)

Quellenangaben: siehe Metzing et al. (2018, S.13-358) Daten aus: Farn- und Blütenpflanzen 2009ff, Datenquelle: https://checklisten.rotelistezentrum.de/api/public/1/checklist/43, https://checklisten.rotelistezentrum.de/api/public/1/taxon/38348

Biologie und Ökologie
Gefährdung Verantwortung Verbreitung in Deutschland
stark gefährdet (Metzing et al. 2018) hohe Verantwortlichkeit (Metzing et al. 2018) BY, BW, Rh, NRW, TH, Sa, An, Ns (Müller et al. 2021)
Gefährdungsursachen Standort Beschreibung
Eutrophierung durch Düngung und Immissionen, Nutzungsaufgabe, Aufforstung, Sukzession (Horn & Bennert 2002, Horn 2021) montane bis subalpine Silikatmagerrasen und Heiden. Auch Störstellen, wie Skipisten oder Böschungen (anthropogene Sekundärstandorte) (Müller et al. 2021); deutsche Bestände liegen im Höhenbereich zwischen 755 m und 980 m ü. NN; nördlich und östlich exponierte Wuchsorte bevorzugt (Horn & Bennert 2002) oberirdische, sterile Sprosse flach 4-kantig bzw. nur schwach abgeflacht mit ungestielten Ventralblättern, Dorsalblätter größer als Ventralblätter, Pflanze blaugrün überlaufen, Sporophyllstand kurz (bis 2,5 cm) gestielt bis sitzend, Wuchsform locker und langästig verzweigt, rosettenartig niederliegend bis aufsteigend wachsend (FloraWeb 2022, Horn & Bennert 2002); morphologisch schwer zu unterscheiden von Diphasiastrum oellgaardii (Horn & Bennert 2002)
Lebensform Lebensdauer Mykorrhizierung
immergrüner, rosettenloser Chamaephyt (Müller et al. 2021) ausdauernd (Müller et al. 2021) Gametophyten benötigen für ihre Entwicklung Mykorrhiza-Pilze; um welche Pilzgruppe es sich handelt ist noch unbekannt (Horn 2021)
Blütezeit Bestäubung Kompatibilität
August bis September (Müller et al. 2021) - Fremdbefruchtung, Selbstbefruchtung und Zwischenform (intergametophytic selfing) möglich* (Kaufmann 2017)
Frucht und Samen Sporenanzahl- und Gewicht Sporenreife und Ausbreitung
staubfeine Spore, mit retikulater Oberfläche und dickem Exospor (Øllgaard 1985) unbekannt Anemochorie (Øllgaard 1985, Webster 1995)
Kulturansprüche
Wasserbedarf pH-Spezifität Substratspezifität
Frischezeiger (Ellenberg et al. 1992) Starksäurezeiger (Ellenberg et al. 1992) skelettreicher Boden, humusreiche Sandböden mit unterschiedlichen Lehm- und Tonanteilen; Böden sind trocken bis frisch, sehr stark bis stark sauer, nährstoffarm (Horn & Bennert 2002)
Lichtbedarf Nährstoffbedarf Temperaturansprüche
Volllichtpflanze (Ellenberg et al. 1992); offene Standorte bis Lichtgenuss zwischen 80 und 100 % (Horn 2021) ausgesprochene Stickstoffarmut zeigend (Ellenberg et al. 1992) Mäßigwärmezeiger (Ellenberg et al. 1992)
Vermehrung Keimungsansprüche Keimungsdauer
vegetative Vermehrung durch modulares Wachstum; generativ über Sporen* (Horn 2021) Dunkelkeimer; Sporenkeimung erfolgt in tieferen Bodenschichten* (Horn 2021) unbekannt
Schädlinge Dormanz und Sporenlebensdauer Hybridisierung
unbekannt unbekannt es kommt in der Gattung Diphasiastrum häufig zur Hybridbildung (Horn & Bennert 2002)
* Angabe bezieht sich auf die Gattung
Sonstiges
Entstanden aus Diphasiastrum alpinum × Diphasiastrum complanatum (Müller et al. 2021); In der Gattung Diphasiastrum gibt es drei „Basisarten“ (D. alpinum, D. complanatum, D. tristachyum) aus denen sich Hybride entwickelt haben (Horn & Bennert 2002); bis zu ¾ des Weltareals liegen in Deutschland (FloraWeb 2022)
Abbildung Verbreitungskarte Deutschland
Herbarbeleg von Diphasiastrum issleri
Herbarbeleg von Diphasiastrum issleri
(Quelle: NetPhyD, BfN 2013)
(Quelle: NetPhyD, BfN 2013)
Zitiervorschlag: Weißbach S., Lauterbach D., Krummenacher E., Lang J., Oevermann S., Tschöpe O., Heinken-Smidová A., Zippel E., Plank A. (2024) Steckbrief Diphasiastrum issleri, erstellt am 16.10.2022, zuletzt bearbeitet 12.09.2024. – Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wildpflanzen in besonderer Verantwortung Deutschlands (WIPs-De), http://www.wildpflanzenschutz.de/, https://wiki.bgbm.org/wips-daten/index.php/Diphasiastrum_issleri.
Literatur

Ellenberg H., Weber H. E., Düll R., Wirth V., Werner W., Paulißen D. (1992) Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa. Scripta Geobotanica 18: 1-258. 2. überarbeitete Auflage.

FloraWeb (2022) FloraWeb – Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands. http://www.floraweb.de/. Zugriff am 04.10.2022.

Horn K. (2021) Die Flachbärlappe (Diphasiastrum spp., Lycopodiaceae, Lycopodiophyta) Mitteleuropas. Taxonomie, Biologie, Verbreitung und Gefährdung. Dissertation an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Horn K., Bennert W. (2002) Diphasiastrum oellgardii STOOR & al. (Lycopodiaceae, Pteridophyta), eine neue Flachbärlapp-Art für die Flora von Österreich. Phyton, Annales Rei Botanicae, Horn. Vol. 42. Fasc. 1:125-148.

Kaufmann, R. (2017) Entwicklung einer Strategie für die Neuetablierung von Populationen der hochgradig gefährdeten mitteleuropäischen Diphasiastrum-Arten basierend auf Untersuchungen ihrer Reproduktionsbiologie und der besiedelten Standorte. Dissertation an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Metzing D., Garve E., Matzke-Hajek G., Adler J., Bleeker W., Breunig T., Caspari S., Dunkel F.G., Fritsch R., Gottschlich G., Gregor T., Hand R., Hauck M., Korsch H., Meierott L., Meyer N., Renker C., Romahn K., Schulz D., Täuber T., Uhlemann I., Welk E., Weyer K. van de, Wörz A., Zahlheimer W., Zehm A. & Zimmermann F. (2018): Rote Liste und Gesamtartenliste der Farn- und Blütenpflanzen (Trachaeophyta) Deutschlands. – In: Metzing D., Hofbauer N., Ludwig G. & Matzke-Hajek G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 7: Pflanzen. – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (7): 13-358.

Metzing D., Hofbauer N., Ludwig G., Matzke-Hajek G. (2018) Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 7: Pflanzen. Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (7). 784 S.

Müller F., Ritz C. M., Welk E., Wesche K. (Hrsg.) (2021) Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22. Aufl. Spektrum, Heidelberg, Berlin. 959 S.

Netzwerk Phytodiversität Deutschlands e.V. (NetPhyD) und Bundesamt für Naturschutz (BfN) (Hrgs.) (2013) Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster.

Øllgaard B. (1985) Observations on the ecology of hybridisation in the clubmosses (Lycopodiaceae). – Proc.Roy. Soc. Edinb. 86 B: 245–251.

Webster T. (1995) Demonstrating spore dispersal in the spikemoss, Selaginella martensii. – Amer.Biol. Teacher 57: 83–86.

Erarbeitet im Rahmen des Projektes „WIPs-De – Aufbau eines nationalen Verbundes zum Schutz gefährdeter Wildpflanzenarten in besonderer Verantwortung Deutschlands“.

Kennbild Bundesministerium für Umweit, Naturschutz und nukleare SicherheitKennbild Bundesministerium für NaturschutzKennbild botanischer Wildpflanzenschutz Deutschland (WIPs-De)Kennbild Botanischer Garten, Universität Potsdam (botanischer-garten-potsdam.de)

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.