Coleanthus subtilis: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 24. Oktober 2024, 16:26 Uhr

Kennbild Leben Natur Vielfalt – Das Bundesprogramm (BMUV)

Steckbrief: Coleanthus subtilis (Tratt.) Seidl – Scheidenblütengras (Poaceae)

Weitere Angaben aus Abfragen der Roten Listen (BfN-Prüflisten) …

Angaben zum Artnamen Coleanthus subtilis (Tratt.) Seidl (Abfragezeit: 21. Januar 2026, 17.15 Uhr):
  • anerkannte Namen: Coleanthus subtilis (Tratt.) Roem. & Schult.[1]; Coleanthus subtilis[2]; Coleanthus subtilis (Tratt.) Seidl[3];
  • Synonym: Bas.: Schmidtia subtilis Tratt. [3];
Biologie und Ökologie
Gefährdung Verantwortung Verbreitung in Deutschland
Vorwarnliste (Metzing et al. 2018) besonders hohe Verantwortlichkeit (Metzing et al. 2018) BW, Rh, SN, ST (Müller et al. 2021); Angaben für BW fraglich – ein einstiges Vorkommen in der südlichen Rheinebene ist nicht eindeutig belegt (SMSN 2022)
Gefährdungsursachen Standort Beschreibung
Entwässerung der Standorte; Eutrophierung und Verdrängung durch Konkurrenz im Zuge der Sukzession (Bernhardt 2005) Uferschlammböden (Oberdorfer 1990); Altwasser, abgelassene Teiche (Müller et al. 2021) Pflanzenhöhe 2–8 cm, Pflanze niederliegend, Blattscheiden kahl und aufgeblasen, Ährchen 1-blütig, 2–4 mm lang, ohne Grannen, mit abgerundeten Spelzen, ohne Hüllspelzen (FloraWeb 2022)
Lebensform Lebensdauer Mykorrhizierung
Therophyt (BiolFlor 2022) sommerannuell, selten überwinternd (Müller et al. 2021) unbekannt
Blütezeit Bestäubung Kompatibilität
Mai bis Oktober (Müller et al. 2021) Windbestäubung (FloraWeb 2022) selbstkompatibel (Hübner und Richert 2014)
Frucht und Samen Samenanzahl- und Gewicht Samenreife und Ausbreitung
Frucht 0,6–0,8 mm groß, Ährchen kugelig gebüschelt (FloraWeb 2022) 2.500 – 3.000 Samen pro Pflanze (Hübner und Richert 2014) Klettausbreitung: Wasservögel (Müller et al. 2021); Verdriftung im Wasser (John 2011)
Kulturansprüche
Wasserbedarf pH-Spezifität Substratspezifität
Feuchte- bis Nässezeiger (Ellenberg et al. 1992) Säurezeiger (Oberdorfer 1990, Ellenberg et al. 1992) sandig-schlammige Böden (Müller et al. 2021)
Lichtbedarf Nährstoffbedarf Temperaturansprüche
Volllichtpflanze (Ellenberg et al. 1992) Stickstoffarmut zeigend (Ellenberg et al. 1992) Wärmezeiger (Ellenberg et al. 1992)
Vermehrung Keimungsansprüche Keimungsdauer
ausschließlich generativ über Samen (Richert et al. 2014) mehrmalige Mindesttemperaturdifferenz im Tagesgang von min. 20 °C (Siebert 2012) im Feld: 2–4 Wochen nach Freifallen der Schlammfläche erfolgt Keimung (Baldauf 2001); unter Gewächshausbedingungen mit mehr-maliger Mindesttemperaturdifferenz von 20 °C (Tag/Nacht) Keimung nach 6–8 Tagen (Siebert 2012)
Schädlinge Dormanz und Samenlebensdauer Hybridisierung
unbekannt Keimfähigkeit bis zu 20 Jahre (Hübner und Richert 2014); systematische Langzeituntersuchungen zur Keimfähigkeit liegen nicht vor unbekannt
Sonstiges
Es treten starke Schwankungen in den Bestandsgrößen auf. Nach einem Massenauftreten ist ein mehrjähriges vollständiges Ausbleiben der Population möglich. Ursächlich hierfür sind vermutlich ungünstige Keimbedingungen (Bundesamt für Naturschutz 2001); Das Scheidenblütengras ist die einzige Art der Gattung, tritt nur zerstreut auf und besiedelt trockengefallene Gewässer und Ufer (SNSN 2022)
Abbildung Verbreitungskarte Deutschland
Herbarbeleg von Coleanthus subtilis (Foto: Herbarium Linz)
Herbarbeleg von Coleanthus subtilis
(Foto: Herbarium Linz)
(Quelle: NetPhyD, BfN 2013)
(Quelle: NetPhyD, BfN 2013)
Zitiervorschlag: Weißbach S., Lauterbach D., Krummenacher E., Oevermann S., Tschöpe O., Heinken-Smidová A., Zippel E., Plank A. (2024) Steckbrief Coleanthus subtilis, erstellt am 19.09.2022, zuletzt bearbeitet 24.10.2024. – Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wildpflanzen in besonderer Verantwortung Deutschlands (WIPs-De), http://www.wildpflanzenschutz.de/, https://wiki.bgbm.org/wips-daten/index.php/Coleanthus_subtilis.
Literatur

Baldauf K. (2001) Ein Beitrag zur Flora der Stillgewässer im mittleren Erzgebirge. - Beiträge zum Naturschutz im Mittleren Erzgebirge 1: 48–55.

Bernhardt K. (2005) Das Scheidenblütgras (Coleanthus subtilis), eine im Boden verborgene botanische Kostbarkeit. Pulsatilla - Zeitschrift des Bundesfachausschusses Botanik 8: 49–53.

BiolFlor (2022) BiolFlor, Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. http://www.ufz.de/BiolFlor/index.jsp. Zugriff am 30.06.2022.

Bundesamt für Naturschutz (BfN) (2001) Artensteckbrief Coleanthus subtilis. https://www.bfn.de/artenportraits/coleanthus-subtilis. Zugriff am 30.06.2022.

Buttler K. P., May R. & Metzing D. (2018): Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – BfN-Skripten 519, 286 S.

Ellenberg H., Weber H. E., Düll R., Wirth V., Werner W., Paulißen D. (1992) Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa. Scripta Geobotanica 18: 1–258. 2. überarbeitete Auflage.

FloraWeb (2022) FloraWeb - Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands. http://www.FloraWeb.de/. Zugriff am 12.08.2022

Hübner A., Richert E. (2014) Untersuchungen zur Ökologie des Scheidenblütgrases (Coleanthus subtilis) und Ableitungen für Erhaltungsmaßnahmen. Treffpunkt biologische Vielfalt XIII, BfN-Skripten 370: 101–108.

John, H. (2011) Besiedlungshistorie und Ökologie des Scheidenblütengrases (Coleanthus subtilis) in Sachsen. Dissertation. Fakultät für Chemie und Physik der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. 277 S.

Müller F., Ritz C. M., Welk E., Wesche K. (Hrsg.) (2021) Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22. Aufl. Spektrum, Heidelberg, Berlin. 959 S.

Metzing D., Hofbauer N., Ludwig G., Matzke-Hajek G. (2018) Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 7: Pflanzen. Münster (Landwirtschaftsverlag) - Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (7). 784 S.

NetPhyD - Netzwerk Phytodiversität Deutschlands e.V. (NetPhyD) und Bundesamt für Naturschutz (BfN) (Hrgs.) (2013) Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster.

Oberdorfer E. (1990) Pflanzensoziologische Exkursionsflora. 6. überarbeitete u. erg. Auflage, Stuttgart, Eugen Ulmer GmbH & Co. 1050 S.

Richert E., Achtziger R., Günther A., Hübner A., Olias M., John H. (2014) Das Scheidenblütgras (Coleanthus subtilis) - Vorkommen, Ökologie und Gewässermanagement. doi:10.13140/2.1.3354.3045.

Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (SMSN) (2022) Naturportal Südwest. Steckbrief Coleanthus subtilis (TRATT.) SEIDL EX ROEM. ET SCHULT. https:/​/​naturportal-suedwest.​de/​de/​graeser/​systematik/​art/​poales-grasartige/​poaceae/​coleanthus/​subtilis – Zugriff am 17.08.2022.

Siebert, S. (2012) Bedeutung der Standortbedingungen für die Phänologie von Coleanthus subtilis. - Bachelorarbeit, AG Biologie/Ökologie der TU Bergakademie Freiberg. 97 S.


Quellenangaben der BfN-Prüflisten/Rote Listen

  1. 1,0 1,1 Metzing, D.; Garve, E.; Matzke-Hajek, G.; Adler, J.; Bleeker, W.; Breunig, T.; Caspari, S.; Dunkel, F.G.; Fritsch, R.; Gottschlich, G.; Gregor, T.; Hand, R.; Hauck, M.; Korsch, H.; Meierott, L.; Meyer, N.; Renker, C.; Romahn, K.; Schulz, D.; Täuber, T.; Uhlemann, I.; Welk, E.; Weyer, K. van de; Wörz, A.; Zahlheimer, W.; Zehm, A. & Zimmermann, F. (2018): Rote Liste und Gesamtartenliste der Farn- und Blütenpflanzen (Trachaeophyta) Deutschlands. – In: Metzing, D.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek, G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 7: Pflanzen. – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (7): 13-358. (Datenquellen: checklisten.rotelistezentrum.de/api/public/1/checklist/43; taxon/35307 – für das Gebiet Deutschland)
  2. 2,0 2,1 BfN (2020): Rekonstruierte Checkliste zu Korneck, D.; Schnittler, M. & Vollmer, I. (1996): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta) Deutschlands. – In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands. – Bonn (Bundesamt für Naturschutz). – Schriftenreihe für Vegetationskunde 28: 21-187. (Datenquellen: checklisten.rotelistezentrum.de/api/public/1/checklist/251; taxon/314486 – für das Gebiet Deutschland)
  3. 3,0 3,1 Buttler, K. P.; May, R. & Metzing D. (2018): Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. - BfN-Skripten 519, 286 S. (Datenquellen: checklisten.rotelistezentrum.de/api/public/1/checklist/355; taxon/556149 – für das Gebiet Deutschland)

Erarbeitet im Rahmen des Projektes „WIPs-De – Aufbau eines nationalen Verbundes zum Schutz gefährdeter Wildpflanzenarten in besonderer Verantwortung Deutschlands“

Kennbild Bundesministerium für Umweit, Naturschutz und nukleare SicherheitKennbild Bundesministerium für NaturschutzKennbild botanischer Wildpflanzenschutz Deutschland (WIPs-De)Kennbild Botanischer Garten, Universität Potsdam (botanischer-garten-potsdam.de)

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.